Rechnen für die Wissenschaft

Ein sehr großes Problem für Forscher aller Couleurs stellt sicherlich die unglaubliche Menge an erhobenen Daten dar, die ausgewertet und überprüft werden müssen. So finden sich im NASA-Fotoarchiv schon mehr als 4500 Bilder, die allein vom Hubble-Teleskop gemacht wurden. Dies ist natürlich nur ein kleines Beispiel und für weniger bekannte und schlechter finanzierte Forschungsprojekte fehlt oft das Geld für eine Auswertung der gesammelten Werte. Allerdings lassen sich die Ergebnisse in bestimmten Bereichen automatisieren und von Computern erledigen.
Genau hier setzt BOINC an. Das beschreibt ein Projekt der Berkeley University, bei der man sich nach Installation eines Clientprogramms auf dem Rechner (steht natürlich unter der GNU-GPL) für bestimmte Projekte anmelden kann. Danach lädt sich das Programm automatisch von einem Server aufgeteilte Rohdatenpakete herunter und bearbeitet sie je nach Projekt weiter, manchmal reicht z.B. eine Überprüfung auf bestimmte mathematische Besonderheiten (Primzahlen) aus, bei anderen Paketen muss die CPU komplexere Dinge wie ein Klimamodell errechnen. Das Programm nutzt die beim normalen PC-Betrieb ungenutzten Ressourcen aus und rechnet somit im Hintergrund ohne Einschränkungen für den Nutzer die Daten aus. Wenn die Leistung vom Nutzer benötigt wird, schaltet BOINC einen Gang zurück und gibt die Kontrolle über die genutzten Kapazitäten wieder ab.
Das bekannteste unter den Projekten ist SETI@home, die Suche nach Außerirdischen Lebensformen. Dieses macht zur Zeit rund 35% des weltweiten Rechenaufkommens aus und ist damit total überbesetzt. Die Kapazitäten betragen teilweise das 12-fache der benötigten Rechenleistung, wogegen kleinere Projekte oft zu wenige Teilnehmer haben. Ein Grund für diese Popularität ist, dass BOINC auf SETI basierend gemacht wurde und somit ein großer Mitgliederstamm einfach übernommen worden sein dürfte.
1,3 PetaFLOPS (vgl. 1,1 PetaFLOPS des stärksten Superrechners) ist eine wahnsinnig große Zahl und beschreibt die aktuelle Leistung des BOINC-Netzwerks. Diese Zahl steigt stetig und zeigt auch, dass die User immer mehr werden.

Eine sehr interessante Technologie also, die meines Erachtens lohnenswert ist. Ich persönlich bin schon seit längerer Zeit Mitglied und rechne zur Zeit an einem Projekt zur Bestimmung bestimmter Zahlentripel mit, außerdem forscht mein Rechner an Problemen der Proteinstrukturen. Bei einer durchgeführten Paketoperation gibt es Credits, die zum Vergleich zwischen den Projekten dienen und außerdem zeigen, wie viel man schon für die jeweilige Forschungsgruppe getan hat. Manchmal existieren Zusatzgimmicks wie Bildschirmschoner, aber das kann ja jeder selbst erforschen.

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Über Samuel

17-jähriger Netznerd und Pirat. Näheres folgt noch.

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