Warum ich jetzt Arch-Linux verwende

Aufmerksame Leser meiner Artikel oder meiner Tweets haben sicherlich schon bemerkt, dass ich vor ca. 1,5 Wochen von Ubuntu auf Arch-Linux umgestiegen bin. Und just zu dieser interessanten Zeit flattert mir eine Blogparade mit dem Thema „Erfahrungen beim Distributionswechsel“ zu, da mach ich doch gleich mal mit.

1. Hast du dich stark über andere Möglichkeiten informiert?
Nach längerer Lektüre von Wikipedia und Distrowatch (und der Werbung eines Arch-Users) habe ich mich für Arch entschieden, aber nicht ohne vorher u.a. Gentoo, Suse und Debian anzutesten. Insofern weiß ich jetzt über die meisten Systeme im Prinzip Bescheid und habe mich bewusst so entschieden. Allerdings ebenfalls nicht ohne es vorher auf einem alten Rechner testweise zu installieren.

2. Was war schlussendlich der Grund für den Umstieg?
Ich habe eine weitere Festplatte in meinen Rechner eingebaut und dort wollte ich ein komplett neues System einrichten. Außerdem war ich zuvor mit Ubuntu schon nicht mehr 100%ig zufrieden, da man auf teilweise relativ alten Programmen sitzt, KDE nicht ordentlich integriert ist und überhaupt kleine Konfigurationsprobleme auftauchten.

Arch-Linux-Logo

Arch-Linux-Logo


3. Was war vorher schöner, besser, schneller, toller?
Der größte Vorteil von Ubuntu ist seine Usability. Man muss es praktisch nur installieren und kann gleich loslegen zu arbeiten, deshalb lief es auch über 2 Jahre hier und war genial um die Grundlagen von GNU/Linux zu erlernen. Eine weitere (fast unschlagbare) Sache ist die riesige Community, die sehr gut organisiert und mit Ubuntuusers ein höchst hilfreiches und umfangreiches Dokumentations- und Hilfezentrum aufgebaut hat. Dies nutze ich teils auch noch unter Arch (speziell das Wiki), dort werden fast alle Probleme behoben und geklärt.

4. Was ist jetzt besser, schneller, schöner, toller?
Jetzt ist es aber so, dass ich mich einigermaßen mit Linux auskenne und Ubuntu manchmal Fehler hatte, daher kam dann der Wechsel. Die größten Vorteile von Arch sind das Rolling-Release-System, sprich aktuelle Software wird sofort ausgeliefert und nicht erst bei einem Upgrade auf die nächste Distributionsversion, die schnelle Bedienbarkeit über Konfigurationsdateien (nichts für Anfänger: Nehmt Ubuntu o.ä., sonst verzweifelt ihr!) und eine ebenfalls freundliche Community, die allerdings noch nicht so viel Dokumantation geschrieben hat. Außerdem läuft der Rechner subjektiv schneller und durch den aktuellen Kernel wird sogar meine TV-Karte (TechnoTrend 3200-S2) erkannt und läuft nativ. Als Highlight gibt es aber noch das „Arch User Repository“ (AUR), in dem Pakete, die von Benutzern erstellt werden (übrigens in einem relativ einfachen Vorgang) und über dieses Repository global zugänglich gemacht können. So gibt es dort einerseits Bulids für proprietäre Programme wie Google-Earth oder Adobe-Air andererseits Perlen der Open-Source-Entwicklung wie z.B. bb.
Ein einfaches

pacman -Syu

aktualisiert das komplette System; ein Komfort, den man nicht mehr missen möchte.

5. Bereust du deinen Umstieg?
Definitiv nicht, ich bin froh diesen getan zu haben und habe bereits bei der Installation schon wieder einiges über meine System gelernt.

6. Würdest du anderen diesen Umstieg empfehlen?
Jein. Ja für den Fall, dass man sich einigermaßen ohne GUI unter Linux bewegen kann, wenn man lernbereit ist und kleine Probleme verkraften (und lösen) kann, die bei der Installation auftreten können.
Nein für Einsteiger bei dem freien Betriebssystem oder solche, die lieber nicht so viel basteln sondern ein sofort funktionierndes System vor sich haben möchten.

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Über Samuel

17-jähriger Netznerd und Pirat. Näheres folgt noch.

7 Kommentare zu “Warum ich jetzt Arch-Linux verwende

  1. Alex sagt:

    Schöne Zusammenfassung. Kleine Anmerkung zum AUR: Wenn man yaourt als Pacman-Frontend benutzt (gibt’s im Repository `archlinuxfr‘), dann werden die AUR gleich automatisch mitdurchsucht, ebenso kümmert sich yaourt um Download vom PKGBUILD, Kompilierung etc.

    Ich bin nach fast sechs Jahren Gentoo zu Arch gekommen, für mich ist Arch „Gentoo ohne Kompilieren“. Durch das ABS und die extrem einfache Art & Weise, wie PKGBUILD funktioniert, kann man genauso leicht Änderungen an Paketen vornehmen, wie das unter Gentoo war/ist.

  2. Samuel sagt:

    Ja, yaourt ist extrem praktisch. Werden eigentlich AUR-Pakete beim Update mit diesem Tool auch automatisch aktualisiert?

    • oZiRiz sagt:

      wüsste ich auch gerne mal…Kann das jemand sagen, denn bei mir werden nur die Pakete aus dem Repository aktualisiert und die aus dem AUR nicht.

    • oZiRiz sagt:

      und noch ein Kommentar, damit ich auch die Antworten bekomme…

      • oZiRiz sagt:

        So,

        also man kann ein Paket, das von yaourt aus dem AUR instaliert wurde automatisch aktualisieren lassen, indem man einfach bei der Systemaktualisierung statt

        yaourt -Syyu

        yaourt -Syyu –aur

        eingibt.

        Damit werden auch die AUR-Pakete aktualisiert.

        Achso und noch was zum Thema. Ich bin großer Ubuntu-Fan und benutze auch seit einiger Zeit auf meinem Netbook Arch-Linux und auf meinem Hauptrechner Ubuntu. Ich bin auch der Meinung, das Ubuntu super für den normalen User und auch für Power-User sein kann /ist. Deshalb hat meine Freundin auch Ubuntu drauf. Doch für jemanden, der wirklich aktuelle Software möchte ist Arch einfach unschlagbar.

        Ich bin sehr zufrieden, seit ich beides benutze. Schließt sich ja nicht genseitig aus.

        Tschüs

  3. runamoK sagt:

    Muss ich dir voll und ganz zustimmen, Arch ist einfach nur klasse (: Bin auch vor ein paar Monaten von Ubuntu auf Arch umgestiegen und bin begeistert (: Ist Quasi ein Gentoo ohne Zeitaufwendiges Kompilieren.. ein Traum 😀

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